Die Krankenhauskirche St. Elisabeth in Köln-Hohenlind ist so etwas wie die „Rockstar-Kirche“ der modernen Architektur – sie wurde zwischen 1930 und 1932 von Dominikus Böhm entworfen und stellt den Kirchenbau so ein bisschen auf den Kopf (natürlich in einem sehr stilvollen, sakralen Sinne). Gebaut auf Initiative des Prälaten Johannes van Acken, dem Gründer des St. Elisabeth-Krankenhauses, ist diese Kirche nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch ein architektonisches Meisterwerk.
Stellt euch vor, eine dreischiffige Hallenkirche, aber nicht irgendeine! Hier wurde der klassische Bauplan ordentlich durchgewirbelt: Stahl, Klinker und ein halbrunder Chorabschluss, der aussieht, als würde er gleich abheben – so modern, dass selbst die Engel wohl kurz überlegen würden, ob sie nicht auch mal einen Blick darauf werfen sollten. Und dann gibt es noch diese riesigen Rundbogenfenster an der Ostseite, die das Licht geradezu einladen, die Kirche von innen zu erleuchten. Der Innenraum? Flach gedeckt und auf schlanke Pfeiler gestützt, fast schon minimalistisch. Aber es wird noch besser: Das Mittelschiff liegt auf Erdgeschossniveau, während der Chor und die Seitenschiffe im ersten Stock sind. Hier wurde der alte Trick der „räumlichen Trennung“ angewandt – gesunde und kranke Besucher haben ihren eigenen Platz. Die Kranken dürfen sich auf die Emporen zurückziehen, während die Gesunden vielleicht mal einen Blick auf die modernen Architekturen werfen.
Ach ja, und der Chorraum – der ist so dramatisch, dass man fast eine Oscar-Verleihung erwarten könnte. Über eine Treppe mit 15 Stufen erreicht man den Altar – ein bisschen wie das berühmte „Komm näher“-Gefühl, das man bei einem guten Konzert hat, wenn der Künstler plötzlich vom Hintergrund nach vorne kommt.
Künstlerisch wird es noch spannender: 1949/50 verschönerte Peter Hecker den Chor mit einer Ausmalung des Jüngsten Gerichts. Ein bisschen Drama gehört eben dazu – schließlich ist es die Kirche und keine Gartenschau.
Geschichtlich betrachtet, wurde das St. Elisabeth-Krankenhaus als „Deutsches Caritas Institut für Gesundheitsfürsorge“ errichtet, und dank der Entstehungsgeschichte rund um Böhm und van Acken hat die Kirche noch heute eine bedeutende Stellung im modernen Kirchenbau. Van Acken war nicht nur ein Architekt, sondern auch ein liturgischer Vordenker, der die Idee vorantrieb, dass die Gemeinde aktiver am Gottesdienst teilnehmen sollte – schließlich kann man nicht ständig nur in der letzten Reihe sitzen und schlafen!
Alles in allem ist die Krankenhauskirche St. Elisabeth nicht nur ein Ort der Ruhe und des Gebets, sondern auch ein architektonisches Abenteuer. Ein Ort, an dem moderne Kunst, Architektur und Spiritualität zu einer einzigartigen Symbiose verschmelzen – mit einem kleinen Hauch von Drama, der sicherlich nicht nur die Patienten und Mitarbeiter, sondern auch die Architekten selbst beeindruckt hat.
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