Der Ringturm am Ebertplatz – oder wie man in Köln sagt: „Dat Ding mit de Ecken!“ – ist seit den 1970ern nicht mehr aus der Skyline wegzudenken. Mit stolzen 109,1 Metern reckt sich das Hochhaus selbstbewusst in den Himmel und ruft: „Guckt mal, ich bin auch noch da!“ Errichtet wurde das gute Stück zwischen 1971 und 1973 vom Versicherungskonzern Gerling, der damals offensichtlich fand, dass eine einfache Visitenkarte nicht ausreicht, um Eindruck zu machen.
Schon beim ersten Blick fällt auf: Dieser Turm ist kein gewöhnlicher Quader. Siebeneckig – weil vier Ecken einfach zu Mainstream sind – und mit einer Vorhangfassade aus Beton ausgestattet, sieht er aus wie ein Architektur-Experiment, das überraschend gut gelungen ist. Anfangs diente der Bau als Bürodomizil mit ein paar Wohnungen für Leute, die nicht weit zur Arbeit wollten – oder einfach gerne in luftiger Höhe wohnen.
Natürlich durfte auch ein Parkhaus nicht fehlen, denn was wäre Köln ohne Autos, die irgendwo abgestellt werden müssen? Später, nach der Gerling-Ära (bis 2011), wechselte der Turm den Besitzer und bekam einen schicken neuen Anstrich – von außen und innen. Die Sanierung war gründlich: aus Büro wurde Wohn(t)raum. 89 Eigentumswohnungen zogen ein – oder besser gesagt, Menschen zogen in die Wohnungen ein – und einige Räume dienen heute noch gewerblichen Zwecken. Selbst das Parkhaus bekam ein Make-over und wurde zu einem wohnlichen Ungetüm umfunktioniert.
Am Theodor-Heuss-Ring 1 gelegen, genau dort, wo der Ebertplatz den Verkehr tanzen lässt, steht der Ringturm heute als Denkmal der 70er-Jahre-Betonkunst. Und wie es sich für Köln gehört: alt, ein bisschen kantig, aber mit Herz und Geschichte. Die Umwandlung vom Büro- zum Wohnhaus zeigt: Auch ein Betonklotz kann ein neues Leben anfangen – mit Aussicht!
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