Millowitsch Alaaf! – Wie ein kölscher Jung die ganze Stadt verzauberte


Manche Menschen hinterlassen ein Denkmal – Willy Millowitsch hat direkt ein ganzes Theater dagelassen. Geboren am 8. Januar 1909 in Köln (wo auch sonst?), stand Willy praktisch schon auf der Bühne, bevor er laufen konnte – mit 13 gab’s das erste Rollenbüchlein statt Hausaufgaben. Der kölsche Jung mit dem markanten Schnäuzer wurde schnell zur charmanten Institution: Als Schauspieler, Theaterdirektor, Sänger und kölscher Lebensgefühl-Botschafter in Personalunion.

Sein Millowitsch-Theater mitten in der Kölner Innenstadt war mehr als ein Veranstaltungsort – es war ein Tempel des Lächelns, des rheinischen Humors und der herzlichen Menschlichkeit. Hier lachte man nicht nur, hier verstand man sich. Als 1953 das erste Volksstück im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, war’s natürlich: Millowitsch! Millionen schalteten ein – und lachten kölsch.

Und das Beste: Willy blieb trotz Ruhm immer der nette Kerl von nebenan. Einer, der "Ich bin ene kölsche Jung" nicht nur sang, sondern lebte. Statt Starallüren gab’s Altbier, statt Glamour Veedelsliebe.

Heute trägt ein Platz in der Kölner Innenstadt seinen Namen – der Millowitsch-Platz –, und eine Statue guckt dort freundlich in die Weltgeschichte, als wolle sie sagen: „Et hätt noch emmer joot jejange.“ Sein Grab auf Melaten ist ein Ort der Erinnerung – aber seine wahre Heimat bleibt das Herz der Kölnerinnen und Kölner.

Kurz gesagt: Ohne Willy wäre Köln nur halb so herzlich. Und wer heute im Theater lacht, tut das oft auf seinem Fundament. Ein Hoch auf den Mann, der Köln das Lachen lehrte – mit Schnauz, Charme und Chapeau!

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