Millowitsch-Theater


Köln ohne das Millowitsch-Theater? Unvorstellbar! Das wäre wie Karneval ohne Kamelle oder Kölsch ohne Schaum. Denn dieses Theater ist nicht nur ein Gebäude mit Bühne – es ist eine kölsche Institution, ein echtes Herzstück der Stadtgeschichte, gewürzt mit einer dicken Prise rheinischem Humor.

Alles begann, man glaubt es kaum, im 18. Jahrhundert. Damals zog Michael Millowitsch als Puppenspieler durchs Rheinland und brachte die Leute zum Lachen, lange bevor das Fernsehen erfunden war – oder zumindest bevor man wusste, wie man den Fernseher bedient. Sein Sohn, Enkel, Urenkel – alle sprangen sie auf den Theater-Zug auf, bis schließlich Peter Wilhelm Millowitsch 1936 das heutige Theater an der Aachener Straße gründete. Er hatte ein Gespür für gutes Timing: Er eröffnete die Bühne mit dem Stück „Mädchen für alles“ – was vermutlich auch seine eigene Jobbeschreibung war.

Doch der wahre Star wurde sein Sohn: Willy Millowitsch. Mit kölschem Charme, Schnauze und Herz machte er das Theater zum Wohnzimmer der Nation. Ab 1953 flimmerte das Millowitsch-Theater erstmals live ins deutsche Fernsehen – mit „Der Etappenhase“, einem Stück, das fast so berühmt wurde wie der Kölner Dom (nur ohne Gerüst). Willy wurde zum Botschafter des kölschen Humors – und das nicht nur an Karneval.

Das Haus selbst? Ein echtes Schmuckstück: gemütlich, mit Platz für gut 400 jecke Jecken, ausgestattet mit rot-goldenem Plüsch und einer Bühne, auf der schon so manche Lachträne geflossen ist. Jahrzehntelang war es Heimstatt für Schwänke, Kölsch-Klassiker und große Namen wie Lotti Krekel, Elsa Scholten oder Mariele Millowitsch. Man kam rein, setzte sich, und nach zehn Minuten war der Alltagsstress wie weggeblasen – ersetzt durch Zwerchfell-Muskelkater.

Im Jahr 2018 dann der große Einschnitt: Das Millowitsch-Ensemble wurde aufgelöst, und viele fragten sich: „Wat soll dä Quatsch?“ Aber keine Sorge – es ging weiter. Unter dem neuen Namen „Volksbühne am Rudolfplatz“ lebt der Geist des Theaters weiter, nun mit einem bunten Programm aus Kabarett, Musik, Comedy und – natürlich – kölschem Charme. Denn so schnell kriegste den Millowitsch nicht von der Bühne.

Und 2025 kommt er sogar zurück – zumindest auf dem Spielplan: In „Millowitsch. Endlich wieder lachen“ wird das Leben des kölschen Originals gefeiert. Wer da nicht lacht, hat die kölsche Seele verloren.

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