„Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ – ein Lied, das den Humor als Überlebensstrategie der Nachkriegszeit zelebriert. 1948, als Deutschland noch ein zerrissenes Flickenteppichland unter alliierter Besatzung war, dachten sich die Kölner Liedermacher, dass es wohl höchste Zeit sei, die politische Verwirrung mit einer Portion Karnevalsstimmung zu verdauen. Und so schuf Karl Berbuer, ein Mann, der im Rheinland wohl öfter ein Kölner Lied auf den Lippen hatte, als er sein Bier zu heben wusste, das satirische Meisterwerk über die „Eingeborenen von Trizonesien“.
Stellen Sie sich vor: Es gibt keinen deutschen Staat, keine Nationalhymne, und statt einer politischen Ordnung schwebt Deutschland in einem unklaren Zwischenraum. Also, was tut der humorvolle Kölner in dieser Lage? Er dichtet ein Lied, das dem ganzen Durcheinander einen Namen gibt – „Trizonesien“ – und ruft die Menschen dazu auf, als „Eingeborene“ dieses neu erfundenen Landes zu singen. Ein Land, das von den drei westlichen Besatzungsmächten „gemeinsam betrieben“ wurde, als ob man eine WG gründen würde, bei der jeder Mitbewohner seine eigenen Regeln aufstellt. Ein bisschen chaos, ein bisschen Zusammenhalt – und viel Humor, um das Ganze zu ertragen!
Was das Ganze noch absurder machte? Das Lied wurde tatsächlich als Ersatzhymne verwendet, weil Deutschland zu der Zeit noch keine offizielle Hymne hatte. Man könnte fast sagen, Trizonesien hatte musikalisch mehr Klarheit als politisch. Das Lied lief in Radios, erklang auf Schallplatten und war ein ständiger Begleiter im Karneval, als der Rheinländer seine Sorgen mit einem Lächeln beiseite schob und die Welt in bunten Kostümen betrachtete.
Und dann, irgendwann, kam 1952 die offizielle Nationalhymne, das „Lied der Deutschen“ – die Trizonesier hatten ihren Spaß, aber das war’s dann auch mit der Ersatz-Hymne. Doch „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ bleibt als ironischer Kommentar in den Köpfen hängen, als humorvolle Reflexion einer Zeit, in der Deutschland von Chaos, Trennung und dem Drang nach Identität geprägt war. Ein Lächeln über den Trümmern der Geschichte – das bleibt, wenn man dieses Lied hört.

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