Mariensäule auf dem Gereonsdriesch


Die Mariensäule auf dem Gereonsdriesch in Köln – was für ein Monument! Nicht nur ein beeindruckendes Zeugnis der Marienverehrung, sondern auch ein echtes Stück Kölner Geschichte. Und das alles, ohne ein einziges Kölsch in der Hand! Erbaut im Jahr 1857/58 aus dem besten Udelfanger Sandstein, strahlt sie heute majestätisch in einem ruhigen Park, fast wie ein VIP, der sich von den hektischen Straßen Kölner Altstadt-Nord fernhält.

Ursprünglich hatte die Sache mit der Mariensäule einen religiösen Kickstart: Papst Pius IX. erklärte 1854 das Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens – und schon war der Kölner Verein zur Errichtung einer Marienstatue in den Startlöchern. Der ursprüngliche Plan war, das Ganze am Alter Markt zu installieren, doch die Stadt Köln dachte sich wahrscheinlich: „Bisschen zu viel Glanz auf dem Marktplatz, oder?“ Also wanderte die Säule zuerst zur Gereonstraße und schließlich im Jahr 1901 zum jetzigen Standort.

Der Architekt Vincenz Statz dachte sich dabei: „Warum nicht ein bisschen neugotisch, damit die Säule auch stilvoll zur Schau getragen wird?“ Und voilà, das Ergebnis kann sich sehen lassen! Die Marienfigur stammt übrigens von Gottfried Renn, der sich von Eduard Jakob von Steinle inspirieren ließ, und die vier Prophetenfiguren wurden von Peter Fuchs gemeißelt – ein wahrhaft künstlerisches Teamwork, das Kölner Handwerker und Jungfrauenkongregationen zusammenschweißt. Ganz zu schweigen von dem schicken Metallgitter, das von der Kölner Schlosserinnung gespendet wurde. So viel Zusammenhalt, das merkt man der Säule an!

Und während sie jetzt in ihrem Park thront, umgeben von Linden und dem sanften Rauschen der Zeit, ist der Gereonsdriesch ein stiller Rückzugsort. Perfekt, um bei einer Pause in diesem beschaulichen Grün darüber nachzudenken, wie man sich 1857 so eine Säule ausgedacht hat. Ein Spaziergang hier ist übrigens nicht nur historisch, sondern auch fast meditativer Natur – und wer weiß, vielleicht fühlt man sich dabei wie ein mittelalterlicher Pilger, der auf die ewige Wahrheit hofft… oder einfach wie ein Kölner, der eine Pause vom Trubel braucht.

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