Geboren am 15. Februar 1901 in Köln – wo auch sonst –, kam Jupp Schmitz schon mit einem musikalischen Tusch zur Welt. Bereits als kleiner Steppke klimperte er auf dem Klavier, statt mit Bauklötzchen zu spielen. Sieben Jahre lang haute er in die Tasten des Kölner Konservatoriums, ganz brav klassisch, aber mit einem Augenzwinkern in Richtung Karneval.
Nach dem Ersten Weltkrieg machte Jupp da weiter, wo andere nur Pause spielten: Er spielte Klavier in Cafés, untermalte Stummfilme (ja, damals redeten nur die Zuschauer im Kino) und leitete sogar ein eigenes Orchester. 1935 gelang ihm mit dem Tango „Gib acht auf dein Herz, Margarethe“ der erste musikalische Volltreffer – gesungen von Rudi Schuricke, geschmachtet von vielen.
Doch Jupps eigentliche Karriere als Frohsinns-Komponist nahm erst nach dem Zweiten Weltkrieg so richtig Fahrt auf. 1949 haute er „Wer soll das bezahlen?“ raus – ein Gassenhauer, der den Nerv der Nachkriegszeit mit Witz und Charme traf. Und weil man einen echten Jecken nicht aufhalten kann, folgten Knaller wie „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, „Es ist noch Suppe da“ und „Im Winter, da schneit es“ – Lieder, die bis heute in jeder Kneipe zwischen Aschermittwoch und Rosenmontag trällern.
Seine Frau Bärbel, eine ausgebildete Sängerin, mischte bei vielen Liedern mit – ein echtes kölsches Dream-Team. Und sein Markenzeichen? Ein stattlicher Oberlippenbart, der ihm den liebevollen Spitznamen „Schnäuzer“ einbrachte. Selbst mit 90 Jahren stand Jupp noch auf der Bühne und schmetterte seine Lieder – mit mehr Herz als Hüfte, aber genauso viel Humor.
1991 ging er von uns, aber nicht sang- und klanglos. Sein Grab auf dem Melaten-Friedhof trägt den Titel seines Klassikers: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“. In Kölns Altstadt steht ihm zu Ehren das „Jupp-Schmitz-Plätzchen“ mit einer Skulptur am Klavier – damit auch keiner vergisst, wer dem Karneval den Takt vorgab.

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