Die Historische Senfmühle, gelegen am Holzmarkt gegenüber dem Schokoladenmuseum, ist ein lebendiges Zeugnis traditioneller Handwerkskunst. Ihre Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die beiden historischen Mühlen, die heute in Köln zu sehen sind, haben bereits eine lange Reise hinter sich: Sie wurden ursprünglich in Belgien restauriert, später in den Niederlanden betrieben und schließlich 1997 vom Schlosser und Dreher Wolfgang Steffens auf einem Trödelmarkt entdeckt. Mit viel Leidenschaft restaurierte er die Mühlen und machte sie wieder betriebsbereit. Seit 2009 ist die Senfmühle in Köln für Besucher geöffnet und vereint seither Museum und Produktionsstätte in einem.
Besonders beeindruckend ist die traditionelle Art der Senfherstellung: In einem Kaltmahlverfahren wird der Senf mit 525 Kilogramm schweren Mühlsteinen aus schwarzem Basalt-Lavastein gemahlen. Der Antrieb erfolgt über Transmissionsriemen – ganz wie in früheren Zeiten. Durch diese schonende Methode bleiben wertvolle Inhaltsstoffe und ätherische Öle im Senf erhalten. Die Rezepte, nach denen gearbeitet wird, stammen aus dem 15. Jahrhundert sowie dem Jahr 1820 und bieten ein einzigartiges Geschmackserlebnis.
Das Senfmuseum bietet neben Einblicken in die Technik und Geschichte auch Führungen an, bei denen Besucher dem Senfmüller über die Schulter schauen und verschiedene Senfsorten probieren können. Der Eintritt ist günstig, Kinder bis elf Jahre zahlen nichts. Der angeschlossene Laden hält eine große Auswahl an Senfsorten bereit – von klassisch-scharf über süßlich-mild bis hin zu ausgefallenen Varianten wie Riesling- oder Currysenf. Abgefüllt wird der Senf in stilvollen Steinguttöpfen, die die Frische lange bewahren.
So ist die Historische Senfmühle Köln nicht nur ein Ort für Technik- und Geschichtsliebhaber, sondern auch ein kulinarisches Erlebnis für Genießer – eine charmante Mischung aus Museum, Manufaktur und Genusswelt.

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