In der Kölner Altstadt haben Archäologen einen Fund gemacht, der zeigt: Auch die Römer hatten schon ihren ganz privaten „Haussegen“. Bei den Grabungen rund um das MiQua wurde ein sogenanntes Lararium entdeckt – ein römischer Hausaltar aus dem 2. Jahrhundert. Dort opferten die Bewohner ihren Schutzgöttern Speisen, Wein und vermutlich auch den einen oder anderen Stoßseufzer über Nachbarn, Wetter und Steuern.
Das Besondere: Das Lararium ist außergewöhnlich gut erhalten. Man erkennt noch die Nische für die Figuren der Schutzgötter, Spuren von Bemalung und sogar kleine Nagellöcher, an denen einst Girlanden befestigt waren. Für Archäologen ist das ungefähr so aufregend, wie für Kölner der Fund eines komplett unbeschädigten Kölschglases nach Karneval.
Die Bedeutung des Fundes ist enorm: Ein so gut erhaltenes Lararium ist nördlich der Alpen bislang einzigartig. Vergleichbare Funde kennt man sonst vor allem aus Städten wie Pompeji oder Herculaneum. Das Lararium zeigt, dass im römischen Köln nicht nur regiert und gehandelt wurde, sondern dass die Menschen auch ihren Alltag, ihren Glauben und ihre kleinen häuslichen Rituale pflegten – ganz ähnlich wie heute, nur mit etwas mehr Weihrauch und deutlich weniger WLAN.

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