Die Mülheimer Brücke: Stahl, Geschichte und Geduld


Im Jahr 1929 wurde die Mülheimer Brücke eröffnet. Damals hieß sie noch Hindenburgbrücke, ein Name, der heute vor allem zeigt, dass Bauwerke länger halten als Namenskonzepte. Sie verband Köln-Mülheim mit Köln-Riehl und bestand aus Stahl, was für eine Rheinbrücke eine ausgesprochen vernünftige Materialwahl war.

Von Beginn an war die Brücke für Autos, Straßenbahnen und Fußgänger vorgesehen – gleichzeitig. Das galt in den 1920er Jahren als modern und entwickelte sich in Köln rasch zu einem Dauerzustand mit hoher Belastung.

Diese erste Nutzungsphase endete 1945, als die Brücke im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen gesprengt wurde. Der Vorgang war militärisch geplant, technisch wirksam und für die Brücke endgültig.

Der Wiederaufbau begann 1948. 1951 wurde die Brücke erneut eröffnet, nun unter dem Namen Mülheimer Brücke. Die Konstruktion orientierte sich am Vorkriegsbau, verzichtete jedoch auf dekorative Elemente. Die Nachkriegszeit legte Wert auf Tragfähigkeit, nicht auf Zierrat.

In den folgenden Jahrzehnten erfüllte die Brücke zuverlässig ihre Aufgabe. Sie trug Straßenbahnen, Autos, LKW und Fahrräder und sammelte dabei genau die Abnutzung, die bei jahrzehntelangem Dauerbetrieb unvermeidlich ist.

Seit 2018 wird die Brücke grundlegend saniert. Die Arbeiten dauern mehrere Jahre, was in Köln weniger als Verzögerung, sondern eher als vertrauter Zustand wahrgenommen wird. 

Die Mülheimer Brücke eine zentrale Verkehrsverbindung Kölns, ein Bauwerk der Nachkriegsmoderne und der praktische Beweis, dass eine Brücke auch dann ihren Dienst tun kann, wenn an ihr gleichzeitig noch gearbeitet wird.

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