Dreikönigenpförtchen


Das Dreikönigenpförtchen – klein, steinern, und leicht zu übersehen. Aber Achtung: Wer denkt, das sei bloß ein alter Durchgang auf dem Weg zum nächsten Kölsch, irrt gewaltig! Dieses unscheinbare Tor hat mehr Geschichte auf dem Buckel als manch ganze Altstadtführung.

Entstanden ist das gute Stück im 12. Jahrhundert, und zwar nicht als Stadttor, wie viele denken, sondern als Eingang zur exklusiven „Immunität“ von St. Maria im Kapitol. Und nein, „Immunität“ hatte damals nichts mit Viren oder Impfstoffen zu tun, sondern bedeutete: Hier hatte die Kirche das Sagen, und weltliche Schnüffelnasen blieben draußen. Wer da durchwollte, musste schon einen triftigen Grund haben – oder gute Kontakte zu den Stiftsdamen.

Den Namen verdankt das Pförtchen einer königlichen VIP-Reise im Jahr 1164: Der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel – ein Mann mit Geschmack und einem Hang zum Dramatischen – brachte die Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln. Das war ungefähr so, als würde heute jemand die Champions League ins eigene Wohnzimmer holen. Köln wurde Pilger-Hotspot, der Dom später gebaut, und die Stadt stieg auf zur spirituellen Metropole des Abendlandes.

Heute steht das Dreikönigenpförtchen ganz friedlich da, ein stiller Zeitzeuge mit viel Charme und wenig Pomp. Wer hindurchgeht, passiert nicht nur ein Tor aus Tuffstein, sondern auch ein kleines Stück mittelalterlicher Power-Politik. Und mal ehrlich: Für ein paar Steine hat dieses Pförtchen ziemlich viel erlebt.

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