Das Patriziergeschlecht der Lyskirchen.


Wer im mittelalterlichen Köln etwas auf sich hielt, musste entweder einflussreich, steinreich oder mindestens mit den richtigen Leuten verwandt sein – am besten natürlich alles zusammen. Die Familie Lyskirchen hatte das ziemlich gut raus. Ihr Name ploppte im 13. und 14. Jahrhundert immer wieder auf, besonders wenn es darum ging, wichtige Ämter in der Stadt zu besetzen oder das dickste Stück vom Handelskuchen abzubekommen.

Wahrscheinlich dachten sich die ersten Lyskirchens: "Warum sollten wir bei dieser kleinen Kirche am Rhein wohnen, wenn wir sie auch gleich nach uns benennen könnten?" Oder umgekehrt. Genau weiß das heute keiner mehr – aber stilvoll war es auf jeden Fall. Zwischen Rheinhandel, Ratssitzungen und festlichen Banketten fuhren die Lyskirchens fette Gewinne ein und gaben in Köln ordentlich den Ton an.

Natürlich blieb das nicht ewig so. Wie das nun mal mit alten Familien ist: Irgendwann kamen neue Spieler aufs Feld – in diesem Fall die Zünfte – und fanden es nicht mehr so toll, dass immer dieselben Familien das Sagen hatten. Nach handfesten Auseinandersetzungen (heute würde man es wohl "politische Umstrukturierungen" nennen) verloren die Lyskirchens langsam ihren Glanz. Ab dem späten 14. Jahrhundert wurde es dann ziemlich ruhig um sie. Vielleicht hatten sie einfach genug vom ewigen Stadtgerangel – oder sie fanden auf einmal Weinanbau in der Eifel spannender. Wer weiß das schon?

Geblieben ist immerhin ein kleines, feines Erbe: die Kirche St. Maria Lyskirchen – eine der ältesten und charmantesten Kirchen Kölns – und ein Straßenname, der bis heute an die einst so stolzen Patrizier erinnert.

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