Einmal um die Welt in Köln – ohne Jetlag


Im Rautenstrauch-Joest-Museum reist man einmal um die Welt – und das ganz ohne Jetlag, Sicherheitskontrolle oder nervige Sitznachbarn im Flugzeug. Stattdessen betritt man ein Haus voller Geschichten, Kulturen und Kuriositäten, das mit seiner Dauerausstellung „Der Mensch in seinen Welten“ beweist: Menschsein ist überall gleich verrückt – nur eben anders.

Statt die Weltkarte brav von A bis Z abzulaufen, ordnet das Museum seine Schätze nach Themen wie „Wie wohnen wir?“, „Was tragen wir?“ oder „Was machen wir, wenn jemand stirbt?“. Klingt ernst, ist aber alles andere als staubtrocken. Hier trifft man auf einen riesigen Reisspeicher aus Indonesien, der aussieht wie eine Mischung aus Raumschiff und Baumhaus, ein Tuareg-Zelt, in dem man sich gleich in die Sahara träumen möchte, und ein Māori-Totenboot, das deutlich cooler ist als jede Stretch-Limo.

Und das Beste: Das Museum hat Humor – und Haltung. Es schaut kritisch auf seine eigene Sammlung und fragt sich, wie man mit Dingen umgeht, die in der Kolonialzeit gesammelt (oder, na ja, mitgenommen) wurden. Die Rückgabe von Benin-Bronzen an Nigeria ist nur ein Beispiel dafür, dass hier nicht nur ausgestellt, sondern auch nachgedacht wird.

Wer also Lust auf eine kleine Weltreise mit großem Erkenntnisgewinn hat, sollte sich in das Rautenstrauch-Joest-Museum begeben. Ein Ort zum Staunen, Schmunzeln, Lernen – und zum Feststellen, dass „fremd“ oft nur eine Frage der Perspektive ist.

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