Millowitsch Mausoleum


Man schrieb die 1990er-Jahre, als Köln beschloss: "Unsere alte Sporthalle ist zwar charmant – aber der große Glamour bleibt aus!" Also musste etwas Neues her: größer, schöner, moderner – und natürlich so imposant, dass selbst Düsseldorf neidisch guckt. Die Lösung? Eine riesige Multifunktionsarena, die für alles gerüstet ist: von Eishockey über Konzerte bis hin zu Boxkämpfen und wahrscheinlich auch für ein spontanes Ritterturnier, falls mal nötig.

Für den Bau wählte man einen Standort in Köln-Deutz – weil es da nicht nur viel Platz, sondern auch eine gute Verkehrsanbindung gab. Der Deutzer Bahnhof liegt praktisch um die Ecke, damit man nach einem Konzert nicht noch eine Weltreise antreten muss, um nach Hause zu kommen. Außerdem konnte das rechtsrheinische Köln etwas mehr Glanz gut vertragen – immerhin sollte es bald das neue Herzstück der Stadtentwicklung werden.

1996 rückten die Bauarbeiter an, Architekt Peter Böhm hatte den Plan, und 1998 stand sie dann da: die Köln Arena! Ein riesiges Bauwerk mit einem Dach, das aussieht wie ein überdimensionales Skateboard – und mit einer Glasfassade, die auch im grauen Kölner Regenwetter freundlich glitzert. Kostenpunkt? Rund 153 Millionen Euro. Aber hey – was sind schon 153 Millionen, wenn man dafür eine Arena bekommt, die fast 20.000 Leute beherbergen kann, inklusive kreischender Fans und nervöser Eishockeyspieler?

Die Eröffnung war ein echtes Spektakel: Kein Geringerer als Luciano Pavarotti weihte die Arena ein – man munkelt, einige Töne hängen heute noch im Dachgebälk. Und weil Köln nicht nur für Pomp, sondern auch für Humor bekannt ist, feierte Willi Millowitsch dort seinen 90. Geburtstag. Seitdem nennt der Volksmund die Halle augenzwinkernd auch das „Millowitsch-Mausoleum“ – eine Bezeichnung, die so kölsch ist, dass sie wahrscheinlich sogar mit ins Grundgesetz gehört.

Seitdem ist die Arena nicht mehr aus dem Kölner Stadtleben wegzudenken. Die Kölner Haie schlagen dort ihre Schlachten aufs Eis, internationale Popstars bringen regelmäßig die Wände zum Beben, und bei Handballmeisterschaften verwandeln sich selbst ruhigere Kölner in leidenschaftliche Trommler und Schiedsrichterschrecks.

2008 kam dann der große Namenswechsel: Aus der Köln Arena wurde die LANXESS Arena. Warum? Weil LANXESS sagte: "Hier, ein bisschen Geld, dafür hätten wir gerne die Namensrechte." Verständlich – immerhin ist es Deutschlands größtes Wohnzimmer für Events.

Heute ist die LANXESS Arena nicht nur Veranstaltungsort, sondern eine Institution. Wer was auf sich hält – sei es auf Kufen, mit Mikrofon oder mit Handball – tritt hier auf. Und das Publikum? Lacht, weint, feiert und jubelt, als gäbe es kein Morgen.

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